BLOGBlog 2012

13.05.12 Empfangsstörungen

Wer auf Kurzwelle Rundfunkstationen entfernter Länder hört oder Amateurfunk betreibt, sieht sich in den letzten Jahren mit immer mehr Störquellen konfrontiert, die den Empfang vermiesen. Plasma-Fernsehgeräte, Laptop-Schaltnetzteile, PLC-Heimvernetzung, selbst elektronisch gesteuerte Waschmaschinen produzieren im Umkreis ein breitbandiges Störspektrum. Dabei wäre es in den meisten Fällen (mit Ausnahme der PLC-Netzwerkadapter) mit geringem Aufwand möglich, Störstrahlung zu verhindern.Der CE-Aufkleber, den sich die Hersteller ohne Prüfung durch unabhängige Stellen selbst verleihen und der eigentlich bescheinigen soll, dass solche Störungen nicht produziert werden, ist oft das Papier nicht wert, auf das er gedruckt ist.

30.04.12 Debakel bei HD-Umstellung

HDTVDie Sender BR, NDR, SWR, WDR, Phoenix, 3sat, ZDFneo, ZDFinfo, ZDFkultur und KiKA stehen seit heute über den Satellit Astra 19.2° auch in HD-Auflösung (720p) zur Verfügung, wie das bei ARD, ZDF und Arte schon seit 12.02.2010 der Fall war. ARD-HD hat dabei auch eine andere Transponder-Frequenz erhalten. Mein vier Jahre alter HD-Receiver Philips DSR5005 zeigt jetzt allerdings bei der gesamten ZDF-Gruppe (ZDF, -info, -kultur, -neo, KiKa) dauernd wechselnde Falschfarben, obwohl Signalqualität und Feldstärke in Ordnung sind. Seltsam ist das besonders deshalb, weil sich bei ZDF-HD eigentlich gar nichts geändert hat - der Transponder ist derselbe wie bisher. Andere Anwender berichten in Foren genau das Gegenteil: Bei ihnen ruckelt die ARD-Gruppe stark, während die ZDF-Gruppe keine Probleme macht. Es scheint wohl eine Art Glücksspiel zu sein, welcher HD-Receiver nun welche Sender korrekt anzeigen kann - ein Debakel für die Fernsehsender, die Zuschauer und die Receiver-Hersteller gleichermaßen.

Nachtrag 04.05.12: Das ZDF räumte inzwischen ein, seit 30. April neue Encoder zur HD-Ausstrahlung zu verwenden; man werde aus Effizienzgründen nicht auf die alten Parameter zurückstellen, sondern vertraue auf Software-Updates der Receiver-Hersteller. Allerdings: Bei älteren Geräten stehen die Chancen dafür eher schlecht.

27.04.12 Die Piraten und das Urheberrecht

Noch verkündet die Piraten-Partei vollmundig, das Urheberrecht für Medien und Software sei gänzlich überflüssig. Ein Teil der Parteispitze rudert aber bereits vorsichtig etwas zurück, weil kaum jemand noch etwas Kreatives schaffen wird, wenn man ihm den gerechten Lohn dafür verweigert. Sicher gibt es Open-Source-Software für viele Feld-, Wald- und Wiesen-Aufgaben, aber wenn es um etwas speziellere Dinge geht, muss man schon jemandem ein Gehalt dafür bezahlen, dass er sich wochenlang vor den Bildschirm setzt und mühevoll etwas entwickelt. Mit Forderungen wie Cannabis Social Clubs, der völligen Freigabe des Kopierens von Medien und Software sowie auch der Veröffentlichung des Quellcodes jeglicher Software gelang es den Piraten zwar, in den Medien und sogar in der Fachpresse viel Aufmerksamkeit zu erregen, aber im Grunde kann man nur hoffen, dass solche Thesen möglichst bald im Mülleimer der Geschichte verschwinden.

18.04.12 Domain-Wechsel

Aus technischen Gründen ist diese Webseite von herwig.shamrock.de auf herwig.mobimail.de umgezogen. Die alte Adresse funktioniert zwar noch eine Weile, aber es ist empfehlenswert, Lesezeichen und RSS-Feeds anzupassen. Im Google-Reader löscht man am besten den alten Feed (auch wenn er im Moment noch funktioniert) und legt ihn mit der jetzigen Adresse herwig.mobimail.de/rss neu an.

Keine Sonnenflecken10.04.12 Solar-Zyklus 24: Maximum schon vorbei?

Die Tabelle des Wetterdienstes in Australien für den sog. T-Index, der ein Maß für die Ausbreitungsbedingungen auf Kurzwelle darstellt, deutet derzeit darauf hin, dass das eigentlich erst für 2013 erwartete Maximum des aktuellen (relativ schwachen) Sonnenzyklus Nr. 24 schon vorbei sein könnte: Die Werte 103 und 93 von November und Dezember 2011 werden jedenfalls laut dieser Prognose für den ganzen Rest des insgesamt etwa 11jährigen Zyklus nicht mehr erreicht werden. Dem interkontinentalen Kurzwellen-Funk stehen speziell auf den höheren Bändern 12 m und 10 m für die nächsten Jahre also wieder schwierigere Zeiten bevor. Allerdings: Prognosen sind schwierig, besonders, wenn Sie die Zukunft betreffen...

05.04.12 Schwierige Wetterprognose im April

Im April ist die Wettervorhersage offensichtlich ganz besonders schwierig. Für den Großraum München prognostizierte der Deutsche Wetterdienst am Mittwoch, den 4. April 2012 um 21:00 für die folgenden drei Tage Donnerstag, Karfreitag und Samstag als Tageshöchsttemperaturen 12°, 13°, 9°. Am nächsten Morgen um 09:00 wurde die Prognose für dieselben drei Tage geändert auf 19°, 12°, 13°, und am Mittag schließlich auf 11°, 12°, 13°. Für Donnerstag, den Tag der Prognose, macht das das innerhalb von nur drei Stunden einen Unterschied von 8° aus. Immerhin scheint sich jetzt aber zumindest die jüngste Schätzung zu bewahrheiten. Bisher dachte ich immer, dank modernster Großrechner wäre die Prognose zumindest innerhalb der nächsten 24 Stunden relativ genau.

Fukushima28.03.12 Ein Jahr Fukushima

Vor einem Jahr havarierte mit Reaktor 2 der erste der vier Blöcke des japanischen Atomkraftwerks Fukushima. Noch im Dezember hatte der Betreiber Tepco die Lage dort als stabil bezeichnet. Inzwischen stellte sich heraus, dass in Reaktor 2 das Kühlwasser nicht mehrere Meter, sondern nur noch 60 cm hoch steht. Ursache sind vermutlich Lecks im Druckbehälter, durch die 120 Kubikmeter verstrahltes Wassers austraten.

21.03.12 Webcam-Traffic

Wer eine Webcam wie diese betreibt, sollte regelmäßig das Log seines Webservers kontrollieren, ob nicht irgendwelche Dauersauger ein ebenso riesiges wie sinnloses Download-Volumen verursachen. Immer wieder stößt man dabei auf Leute, die meinen, ein ohnehin nur halbstündlich und nur tagsüber sich änderndes Bild automatisiert per Script alle fünf Minuten komplett neu herunterladen zu müssen, wobei selbstverständlich alle im HTTP-Protokoll vorgesehenen Cache-Algorithmen komplett ignoriert werden. Gewöhnlich hilft es dann nur, die jeweilige IP-Adresse per DENY-Anweisung in der Server-Steuerdatei .htaccess zu sperren und zu hoffen, dass es dem Dauersauger irgendwann auffällt, wenn er statt eines Bildes nur noch "403 Forbidden" als Status zurückbekommt. Reales Beispiel für .htaccess, mehrere IP-Adressen werden jeweils mit einem Leerraum getrennt:
Deny from 85.236.52.244 212.77.230.170

10.03.12 Amateurfunk-Tagung

AmateurfunktagungNicht nur bei großen Messen wie der gerade zu Ende gegangenen CeBit in Hannover, sondern auch bei kleineren Veranstaltungen wie der alle zwei Jahre stattfindenden Amateurfunk-Tagung in München hat man den Eindruck, dass die Aussteller- und Besucherzahlen ganz allgemein ein wenig stagnieren.

Der verfügbare Platz in den Räumen der Hochschule München (ehemals Fachhochschule München) war nur zum Teil genutzt, und auch die Besucher drängelten etwas weniger als früher, obwohl der Eintritt wieder kostenlos war. Eine mögliche Ursache ist die Informationsvielfalt im überall verfügbaren Internet. Dennoch ersetzen Facebook und Twitter nicht wirklich den persönlichen Kontakt.

Jedenfalls wurden auch wieder interessante Vorträge geboten, darunter einer von Prof. Dr. Harald Gerlach über die Eigenschaften dämpfungsarmer Koaxialkabel (Bild). Was mich dabei besonders beeindruckt hat, ist die Tatsache, dass selbst bei der Netzfrequenz von 50 Hz die typische Eindringtiefe des Stromflusses wegen magnetischer Wechselwirkungen nur einen knappen Zentimeter beträgt, so dass es keinen Sinn macht, die Drähte von Hochspannungs-Leitungen dicker als 2 cm zu machen - hätten Sie's gewusst? Bei Hochfrequenz ist die für den sog. Skin-Effekt verantwortliche Eindringtiefe sogar nur noch wenige Mikrometer.

24.02.12 Ein guter Tag fürs Fernmeldegeheimnis

In einem heute veröffentlichten Beschluss räumt das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe mit der bisher allzu großzügig gehandhabten Abfrage von Daten durch Sicherheitsbehörden bei Internet-Providern auf. Die Weitergabe von Informationen etwa über Inhaber dynamischer IP-Adressen oder von Passworten für Mail-Postfächer - offenbar durchaus verbreitet, aber umstritten - würde gegen das Fernmeldegeheimnis verstoßen. Der Gesetzgeber muss sich jetzt bis Juni 2013 eine verfassungskonforme neue Regelung ausdenken.

20.02.12 Mit Globuli gegen Elektrosmog

Die Firma Homeda bietet "Elektrosmog C30 Globuli" an: Verdünnter Alkohol wird mit Hochfrequenz bestrahlt und soll sich diese Behandlung merken. Die Flüssigkeit wird dann 30 mal jeweils im Verhältnis 1 zu 100 verdünnt, auf Zuckerkügelchen getropft und schließlich für 13,50 Euro je 10 g verkauft. Ferner wird auch ein Schutzbeutel für homöopathische Produkte angeboten, der 99,9 % hochfrequenter Strahlung abhalten soll, damit die Medikamente durch sie nicht verderben. Wirklich genial.

Satellitentelefon08.02.12 Satelliten-Telefone abhörbar

Forscher der Ruhr-Universität Bochum haben den beim Satelliten-System Thuraya eingesetzten Verschlüsselungs-Algorithmus A5-GMR-1 geknackt, indem sie Firmware-Updates eines Thuraya SO-2510 untersuchten. A5-GMR-1 ist eine nur leicht veränderte Version des bei GSM eingesetzten A5/2, das bereits vor einiger Zeit geknackt wurde. Allerdings sind GSM-Funkzellen relativ klein, während der Downlink-Strahl eines Satelliten ein sehr großes Gebiet abdeckt, was es etwa Geheimdiensten und anderen Behörden leicht macht, in ihrem Land eine große Zahl von Telefonen abzuhören. Dabei ist davon auszugehen, dass einige Geheimdienste längst selbst herausgefunden haben, was die Ruhr-Universität jetzt vermeldet. Das beim ISatPhone Pro von Inmarsat eingesetzte Verfahren GMR-2+, eine offenbar proprietäre Erweiterung des Standards GMR-2, ist prinzipiell übrigens ebenfalls anfällig, wurde aber in Bochum bisher nicht näher untersucht.

25.01.12 Massaker von Haditha bleibt ungesühnt

Am 19. November 2005 zog eine Gruppe US-amerikanischer Marine-Infanteristen durch das irakische Dorf Haditha und tötete 24 Zivilisten, darunter zehn Frauen und Kinder - offensichtlich ein Rachefeldzug wegen eines zuvor getöteten US-Soldaten. Keiner der beteiligten vier Infanteristen muss jetzt ins Gefängnis. Auch Anführer Frank Wuterich wurde zwar wegen Verletzung seiner Dienstpflicht zu 90 Tagen Haft verurteilt, braucht aber die Strafe aus formalen Gründen nicht anzutreten.

24.01.12 Microsoft als Pseudo-Standard

Ich staune immer wieder, wie blind manche Anwender meinen, Microsoft Office, Exchange oder Outlook seien das Maß aller Dinge. Da werden munter E-Mails mit Anhängen versandt, die in der nur für den Exchange-internen Austausch gedachten Container-Datei WINMAIL.DAT codiert sind, die weder standardkonform ist noch sich von anderen Mail-Programmen ohne dubiose Dritthersteller-Plugins entschlüsseln lässt. Oder es werden .DOC-Dateien versandt, die mit einem Uralt-Word generiert wurden, die aber noch nicht mal das mit Windows Vista oder Windows 7 gelieferte Wordpad versteht - von .XLS- oder .PPT-Dateien ganz zu schweigen. Am unerfreulichsten ist aber die Beratungs-Resistenz vieler Anwender, die selbst bei Verweis auf entsprechende Artikel der Microsoft Knowledgebase, wie man E-Mails trotz Verwendung von Office, Exchange und Outlook standardkonfom versenden kann, lapidar antworten: "Die anderen Empfänger haben sich aber nicht beschwert."

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06.01.12 Copyright gilt auch im Web

Der Irrglaube, man dürfe Text und Bilder beliebiger Webseiten einfach auf die eigene Seite kopieren, ist offenbar immer noch weit verbreitet. So hat der Betreiber einer Seite funk-news.de (unter anderem) meinen Erfahrungsbericht über das Handfunkgerät UV-3R komplett übernommen. Auf Anfrage wurde uneinsichtig mitgeteilt, es handle sich schließlich um eine nichtkommerzielle Seite. Aber das Urheberrecht unterscheidet aus gutem Grund nicht, ob Inhalte mit Gewinnerzielungs-Absicht bereitgestellt werden. Und wenn die Originalseite später ab und zu aktualisiert wird, sollte über Suchmaschinen doch nicht eine völlig veraltete Kopie gefunden werden.

Das Internet bietet einen ganz einfachen Weg, auf interessante Inhalte zu verweisen, ohne gegen das Copyright zu verstoßen - nämlich Links, ggf. auch mit einem kurzen Textauszug als Inhaltsangabe.

05.01.12 Lohnt sich eine Site-Suche?

Auf mehreren betreuten Websites hatte ich im Dezember 2011 eine Volltext-Suche installiert, inzwischen auch auf dieser hier. Die Suche basiert auf einem Perl-CGI-Programm, das einen Suchwort-Index über alle HTML-Dateien benutzt. Der Vorteil gegenüber externen Web-Suchmaschinen ist u.a. der jederzeit aktuelle Index. Inzwischen ist anhand des Server-Logs eine Aussage möglich, ob sich so etwas lohnt: Vielleicht. Es kommt darauf an.

Typisch benutzen höchstens zwei Prozent der Besucher die Site-Suche (wären es mehr, dann müsste man sich ernsthaft Gedanken machen, ob die Seiten-Navigation benutzerfreundlich genug ist). Etwa die Hälfte dieser 2 % rufen die Suchseite nur auf, um zu sehen, wie sie aussieht, führen dann aber keine Suche durch. Die andere Hälfte, also etwa 1 %, gibt tatsächlich ein oder mehrere Suchworte ein. Nur die Hälfte davon, also 0,5 %, ist bei der Suche erfolgreich; jedenfalls werden irgendwelche Ergebnisse angezeigt - ob sie den gewünschten Inhalt zeigen, ist naturgemäß schwierig zu beurteilen (tatsächlich klickt keineswegs jeder auf einen Ergebnis-Link, und oft wird nach Dingen gesucht, die es auf der Website gar nicht gibt).

Das restliche halbe Prozent gibt entweder einen ganzen Satz wie etwa "Warum dauert das Herunterfahren von Windows zwei Minuten" ein, wobei gewöhnlich keine verfügbare Seite alle diese Worte enthält und deshalb nichts Passendes gefunden wird, oder schreibt die Begriffe schlicht falsch (wie etwa "Standart" oder "herrunterfahren"), so dass sie schon deshalb nicht gefunden werden. Fazit: Eine Site-Suche hilft vielleicht in einigen Fällen, ist aber kein Ersatz für eine vernünftige Navigation.

04.01.12 Überweisung innerhalb eines Tages

EuroSeit dem 1. Januar 2012 gilt eine neue Regelung entsprechend § 675s BGB, wonach zumindest bei Online-Überweisungen die Wertstellung beim Empfänger spätestens einen Geschäftstag später erfolgen muss. Zwar war dies auch bisher schon so festgeschrieben, das Gesetz ließ bei den Banken aber eine abweichende Vereinbarung in ihren AGB zu. Die verkürzte Frist gilt für alle EU-Staaten sowie für Gibraltar, Island, Liechtenstein, Norwegen, Miquelon, Monaco, Saint-Pierre und die Schweiz. Lediglich bei schriftlich eingereichten Überweisungs-Formularen gilt noch eine verlängerte Frist von zwei Tagen.

Man fragt sich, warum die verkürzte Frist so lange auf sich warten ließ, da eine Online-Überweisung längst nirgendwo mehr irgend einen manuellen Vorgang bei einer Bank erfordert.

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