Herwigs Blog 2018

23.05.18 Facebook: Ab 25. Mai alles wieder gut?
Manche Facebook-Nutzer sind der Ansicht, dass sich mit der letzten Gnadenfrist zur Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Europa am 25.03.18 alles zum Guten wenden wird. Die Anhörung von Mark Zuckerberg vor dem EU-Parlament am 23.05.18 war allerdings eher ernüchternd: Fehler wurden nur halbherzig eingeräumt. Die Erläuterungen in den neuen Datenschutz-Einstellungen des Dienstes sind teilweise irreführend und machen deutlich, dass der kostenlose Dienst ohne sein datenbasiertes Geschäftsmodell nicht leben kann.

15.05.18 S/MIME und PGP unsicher - Signal auch
Als Heise.de berichtete, die Verschlüsselung von E-Mails mit Open PGP oder S/MIME sei geknackt, und dabei den Messenger Signal als Alternative empfahl, war das voreilig. Noch am selben Tag stellte sich nämlich heraus, dass Signal wegen einer Schwäche bei der HTML-Decodierung ebenfalls unsicher ist.

13.05.18 Foren geben wegen DSGVO auf
Die EU-Datenschutz-Grundverordnung, die ab 25. Mai 2018 verpflichtend ist, führt dazu, dass zahlreiche Foren-Betreiber ihre Seiten zu diesem Datum schließen werden. Zum einen finanzieren sie sich oft durch Werbung, gelten deshalb als kommerzielle Seiten und fallen unter die DSGVO. Zum anderen sind sehr oft externe Scripte wie Google Analytics oder Plugins eingebunden, die dazu führen, dass Dritte die Aktivitäten der Besucher überwachen können. Die Software verfügt oft auch nicht über die jetzt zwingend vorgeschriebene Möglichkeit, anzuzeigen, welche Daten über einen Benutzer gespeichert sind, und ihm das Löschen zu ermöglichen. Und womöglich werden personenbezogene Daten nicht verschlüsselt übertragen, weil der Webhoster viel Geld für ein SSL-Zertifikat haben will. Da hilft nur, den Stecker zu ziehen.

12.05.18 Polizeiaufgabengesetz in Bayern
Der Entwurf des bayerischen Polizeiaufgabengesetzes (PAG) enthält in Artikel 38 (Speicherung, Veränderung und Nutzung von Daten) folgende Formulierung:
(1) Die Polizei kann personenbezogene Daten in Akten oder Dateien speichern, verändern und nutzen, soweit dies zur Erfüllung ihrer Aufgaben, zu einer zeitlich befristeten Dokumentation oder zur Vorgangsverwaltung erforderlich ist.
(2) Die Polizei kann insbesondere personenbezogene Daten, die sie im Rahmen strafrechtlicher Ermittlungsverfahren oder von Personen gewonnen hat, die verdächtig sind, eine Straftat begangen zu haben, speichern, verändern und nutzen...
Man kann über vieles im PAG diskutieren, aber es ist offensichtlich, dass eine nachträgliche Veränderung von Daten durch die Polizei etwa auf einem Smartphone oder Laptop eines Täters eine spätere rechtskräftige Verurteilung unmöglich machen würde: Die angeblichen Beweise wären vor Gericht dann völlig wertlos.

DECT 10005.05.18 Handover beim DECT-Repeater
Schon legendär ist die im Vergleich etwa zu Gigaset-Schnurlos-Telefonen deutlich geringere DECT-Reichweite der Fritz-Router von AVM. Wo die Gigaset-Basis noch problemlos hinreicht, muss man bei AVM einen DECT-Repeater aufstellen. Leider funktioniert das Handover vom Router zum Repeater und umgekehrt oftmals etwas zäh, was man sofort bemerkt, wenn man im Fritz!Fon den Reichweiten-Warnton aktiviiert: Manchmal piepst das Telefon dann minutenlang aufgeregt, wenn man den Versorgungsbereich des Routers verlassen hat und es eigentlich längst auf den Repeater gewechselt haben sollte. Da gibt es sicher noch Verbesserungspotential in der Firmware.

02.04.18 Fritz!Fon lernt Akkukapazität
Es steht leider in keinem Handbuch, aber es funktioniert nachprüfbar. Die DECT-Schnurlostelefone von AVM müssen - ähnlich wie die Gigaset-Telefone - die Kapazität des verbauten LiIon-Akkus erst lernen. Dazu muss man sie wenigstens einmal komplett entladen, bis ein Warnton zu hören ist, und anschließend etwa 6 Stunden lang komplett aufladen. Der Erfolg zeigt sich schnell: Es dauert nun viel länger, bis die einzelnen Balken der Akku-Anzeige verschwinden, die Anzeige stimmt jetzt besser mit dem tatsächlichen Ladezustand überein.

01.05.18 Altes Datenschutz-Problem bei Firefox
Wer glaubt, dass Websites bei Firefox nach dem Löschen von Cookies nicht mehr auf frühere Besuche zurückgreifen können, irrt sich. Seit der Einführung von IndexedDB können Sites per Javascript Daten langfristig speichern, ohne dass diese automatisch gelöscht werden, wie man seit Firefox 57 unter Einstellungen - Datenschutz & Sicherheit - Websitedaten leicht feststellen kann. Dort kann man diese Daten immerhin manuell löschen. Wer die Speicherung ganz verhindern will, kann mit der URL about:config den Wert von dom.indexedDB.enabled auf false setzen; es ist allerdings denkbar, dass dann ein paar Websites nicht mehr korrekt funktionieren, u.a. GMail in der Standard-Ansicht, ferner wird keine Bildschirmgrößen-Liste mehr bei der Responsive-Ansicht für Webentwickler (Strg+Umschalt+M) angezeigt.

21.04.18 Neuer Akku lohnt sich
Es ist ein schleichender Prozess, der deshalb lange kaum auffällt: Innerhalb von kaum mehr als zwei Jahren verliert ein Smartphone-Akku bei regelmäßiger Benutzung mehr als die Hälfte seiner Kapazität, man kommt mit dem Laden kaum noch hinterher. Das Ende der Geräte-Lebensdauer ist dabei natürlich bei weitem noch nicht erreicht. Ein neuer Akku lohnt sich also, auch angesichts seiner vergleichsweise niedrigen Kosten von meist weniger als 20 Euro. Voraussetzung ist natürlich, dass er überhaupt getauscht werden kann. Das ist bei vielen Geräten entweder gar nicht möglich oder nur im Kombination mit hohen Zusatzkosten für die Arbeitszeit. Ein wichtiges Kriterium beim Kauf eines Neugeräts sollte deshalb ein selber austauschbarer Akku sein.

Solar-Modul09.04.18 Strom selbst geerntet
Schon ein nur 1,7 qm großes Solar-Modul z.B. von Solar Pac genügt, um die typische Grundlast eines Hauses (Kühlschrank, Heizungs-Elektronik und -Pumpen, Internet-Router, Standby-Verbrauch diverser Geräte) zu decken: Bei Sonnenschein steht der Zähler still. Die sog. Plugin-, Guerilla- oder Balkon-Photovoltaik arbeitet, anders als Inselanlagen, nur bei anliegender Netzspannung und schaltet sich phasenrichtig zu, sobald diese Wechselspannung einige Minuten stabil anliegt. - Leider achten die Hersteller nicht auf eine ausreichende Entstörung: Der UKW-Empfang in der näheren Umgebung wird hörbar durch Prassel-Geräusche beeinträchtigt. Ein paar Klappferrite um die Kabel zwischen PV-Modul und Wechselrichter sowie an der Netzleitung verbessern das Problem wesentlich, wenn sie ganz dicht am Wechselrichtiger angebracht werden..

05.04.18 Google Chrome: Festplatten-Scan nicht abschaltbar
Ohne dass der Benutzer darüber informiert wird, überprüft der Chrome-Browser von Google regelmäßig lokale Dateien auf der Festplatte und überträgt die Ergebnisse an Google. Abschalten kann man den Scan nicht. Auch der Versuch, das Senden über Einstellungen - Erweitert - "Computer bereinigen" - "Details an Google senden" zu deaktivieren, entpuppte sich als wirkungslos, da der Schalter beim nächsten Programmaufruf wieder eingeschaltet ist. Bleibt also wirklich nur die Deinstallation von Chrome. Unglaublich.

27.03.18 Was speichert Google über mich?
Bei all der Diskussion um Facebook sollte man nicht vergessen, dass auch Google Daten seiner Nutzer speichert, und das betrifft auch jeden Nutzer eines Android-Smartphones oder -Tablets. Mit der URL www.google.com/takeout kann man sich diese Daten als ZIP-Datei holen. In meinem Fall war der ZIP-Inhalt etwa 5 MB groß und enthält wie bei Facebook eine Index-Datei als Inhaltsverzeichnis. Den größten Posten darin machten E-Mails des GMail-Kontos aus (alle in einer einzigen 4 MB großen Textdatei). Der kleine Rest sind Kalender-Daten als .ics-Datei sowie Profil-Fotos. Allerdings bin ich immer sehr sparsam mit Google-Diensten umgegangen und habe beispielsweise auch den Standort-Dienst fast immer abgeschaltet, ebenso - außer beim Kalender - die Synchronisation. Andernfalls wäre das Ergebnis wohl ein anderes.

26.03.18 Facebook-Account löschen
Welche Daten hat Facebook über mich gespeichert? Der Link dorthin ist etwas versteckt und findet sich unter Einstellungen - Allgemein - "Eine Kopie der Facebook-Daten herunterladen". Hier kann man sich eine ZIP-Datei erstellen lassen, deren Verzeichnisstruktur man dann am besten in ein lokales Verzeichnis entpackt. Die Index-Datei darin bietet eine Übersicht aller Daten. Wem der Inhalt nicht gefällt, kann ihn aber nicht selektiv löschen; es bleibt nur das Löschen des gesamten Accounts (das per Menü mögliche Deaktivieren löscht keine Daten!). Dazu muss man in der entsprechenden Hilfe-Seite den Link zum Löschen des Profils anklicken. Aber Vorsicht: Wenn man sich innerhalb von 14 Tagen nochmal bei Facebook anmeldet, wird der Löschvorgang abgebrochen.

24.03.18 Cache ad absurdum geführt
Ich bin nicht sicher, ob das eine gute Idee war: Mozilla hat in Firefox eine Funktion "Race cache with network" eingeführt. Die bewirkt, dass der Browser, obwohl sich die aufgerufene Seite bereits in seinem Cache befindet, trotzdem versucht, sie via Internet zu laden. Könnte ja sein, dass sie über eine flotte Verbindung schneller da ist als aus dem lokalen Cache-Speicher. Damit wird allerdings der Zweck des Cache, Bandbreite zu sparen, ad absurdum geführt. Immerhin kann man die Funktion deaktivieren, indem man unter about:config den Wert von network.http.rcwn.enabled auf false setzt.

22.03.18 Facebook & Co.
Derzeit überschlagen sich Medien mit Tipps, wie man aus Facebook entweder ganz aussteigt oder den Account temporär stilllegt. Dabei kann man davon ausgehen, dass der Anbieter die Kundendaten auch weiterhin speichert. Einzelne Facebook-Kunden geben solche Tipps sogar via Whatsapp und Instagram weiter - in Verkennung der Tatsache, dass auch diese Dienste zu Facebook gehören. Cambridge Analytica hatte die Daten von 50 Mio. Facebook-Kunden abgesaugt und damit wohl auch den US-Wahlkampf zugunsten von Donald Trump beeinflusst.

Fritzbox28.02.18 Schwankende Bandbreite bei DSL
Bei einer Entfernung von etwa 2 km zur nächsten Telekom-Vermittlung gelingt es dem DSL-Router hier manchmal, mit über 17000 kBit/s bei 6 dB Störabstands-Marge zu synchronisieren. Ich vermute, das passiert genau dann, wenn andere Nutzer des Kabelbündels ihren Router gerade ausgeschaltet haben, so dass kein Übersprechen stattfindet. Einige Stunden später findet dann gewöhnlich eine erneute Synchronisation statt, die dann nur noch rund 13000 kBit/s beim gleichen Störabstand erbringt. Ärgerlich ist das Neusynchronisieren insofern, dass die VoIP-Telefonverbindung dann jedes Mal einige Minuten lang unterbrochen wird.

06.02.18 Silbentrennung im Browser
Firefox erlaubt mittlerweile mit der CSS-Anweisung hyphens:auto und unter der Voraussetzung, dass im HTML-Tag der Seite die Sprache angegeben ist (z.B. <html lang=de-DE>), Text per Silbentrennung besser zu umbrechen. In Chrome geht das bisher noch nicht; allerdings macht es in Firefox auch nicht wirklich Spaß, ein Wort wie "Bayernwerk-Versorgungsbereich" als "Bayernwerk-V-ersorgungsbereich" getrennt zu sehen. Das scheint also noch nicht ganz fertig zu sein.

05.02.18 Lästige temporäre Dateien
Auf meinem Windows-10-PC entstehen im Verzeichnis C:\Users\<MeinName>\AppData\Local\Temp\ immer wieder neue Unterverzeichnisse mit hexadezimalen Ziffern als Namen und mit immer denselben Dateien, wobei die erste stets api-ms-win-base-util-l1-1-0.dll lautet. Auf Dauer kostet das ganz schön Platz auf der Platte. Offensichtlich entstehen diese temporären Dateien aufgrund fehlgeschlagener Kopiervorgänge des Task-Planers. Lösung (ohne ersichtliche Nebenwirkungen): Die Aufgabenplanung in Windows öffnen, dann unter Microsoft - Windows - Disk Cleanup die Task "Silent Cleanup Task" deaktivieren. Die Dateien im TEMP-Verzeichnis darf man gefahrlos löschen, nachdem man alle Programme beendet hat.

03.02.18 Firefox hat aufgeholt
Sowohl die Ladezeit des Programms selbst als auch die Geschwindigkeit, mit der Seiten dargestellt werden, hat sich bei Firefox seit Version 57 (Quantum-Release) unter Windows erheblich gebessert und zieht jetzt je nach Rechner mit Google Chrome gleich. Zusammen mit der besseren Konfigurierbarkeit spezieller Funktionen hat Firefox damit wohl die Nase vorn. Auch die Mobilversion (getestet unter Android) ist einen Versuch wert, da sie Addons (Extensions, Erweiterungen - z.B. Adblocker) unterstützt.

11.01.18 Fehlentwicklung #2: Web-Fonts
A In den letzten paar Jahren haben sich Web-Fonts auf vielen Sites schnell verbreitet. Immer mehr Anbieter meinen, auf ihren Webseiten mit den vielen in Browsern und Betriebssystemen vorinstallierten Schiftarten nicht auszukommen. Deshalb werden selbst auf kleinsten Seiten Megabytes von TTF- oder WOFF-Dateien für Fonts nachgeladen, ohne dass dies den Besuchern einen echten Mehrwert bieten würde. Im Gegenteil: Der Seitenaufbau wird spürbar verlangsamt - nur dafür, dass das Corporate Design oder ausgefallene Gestaltungs-Wünsche befriedigt werden. Immerhin kann man in Chrome mit einer Extension wie UBlock das Laden von Fonts (und übrigens auch Werbung) verhindern, und schon ist der Seitenaufbau deutlich schneller. In Einzelfällen erscheinen allerdings bestimmte Symbole etwa in Navigationsleisten dann nicht korrekt. Firefox-Benutzer können dagegen Web-Schriftarten im Einstellungs-Menü verbieten, Symbole werden hier trotzdem meist korrekt dargestellt.

09.01.18 Fehlentwicklung: Google AMP
Mit Google Advanced Mobile Pages (Google AMP) soll das Laden von Webseiten auf mobilen Geräten, insbesondere Smartphones, beschleunigt werden. Das Gegenteil ist der Fall: Zahlreiche Script-Elemente werden von Google nachgeladen, ob sie benötigt werden oder nicht, so dass Google jederzeit sehen kann, wer welche Seite wie oft aufruft und sogar Inhalte nach Gutdünken sperren könnte. Selbst entwickeltes Javascript ist bei AMP dagegen nicht zugelassen, auch zahlreiche HTML-Elemente sind verboten. Das ist genau das Gegenteil vom offenen World Wide Web. Wer da mitmacht, schadet dem WWW.

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