Erfahrungsbericht: Gigaset-Telefone

Siemens war mit den in Bocholt gefertigten DECT-Telefonen der Gigaset-Serie lange Zeit Marktführer im Schnurlos-Bereich, gliederte die Sparte jedoch Ende 2005 als SHC (Siemens Home and Office Communication Devices GmbH & Co. KG) aus, benannte sie in Gigaset Commications GmbH um und verkaufte sie 2008 an die Arques Industries AG.

Die Geräte gibt es in mehreren Varianten. Die alte 1000-Serie ist nicht mehr zu haben, die 2000-Serie ist vielerorts noch gebraucht zu finden. Der Erfahrungsbericht basiert auf dem Betrieb mehrerer Mobilteile SL400 und S79H, SL1, Gigaset 2000C und 4000 Micro an analogen Basisstationen Gigaset 4035 (der fast baugleiche Nachfolgetyp heißt C353), 4010 und SL100, einem Repeater sowie einer älteren ISDN-Basisstation Gigaset 2060, die ihrerseits mit dem internen S0-Bus einer Telefonanlage ETS 4308i von Auerswald verbunden ist.

Bemerkenswert ist, dass sich Display-Symbole und Funktionen im selben Mobilteil erheblich unterscheiden, je nachdem, an welcher Basisstation-Generation das Gerät angemeldet ist.

Gigaset S79H und SL400Mobilteile S79H und SL400

Dies ist die im Jahr 2010 aktuelle Gerätegeneration. Kein Siemens-Schriftzug schmückt die Geräte inzwischen, sondern nur noch "Gigaset" ohne Punkt auf dem i. Das S79H arbeitet mit zwei AAA-Akkuzellen, das SL400 ist dagegen die Edel-Mini-Version mit Lithium-Ionen-Akku. Die technischen Eigenschaften und auch die Menüführung sind bei beiden Geräten sehr ähnlich.

Gut gemacht:

  1. Die Metall-Tasten sind robust, das Display ist relativ groß und auch im Freien zumindest im Schatten gut ablesbar.
  2. Beide Geräte besitzen einen USB-Anschluss, das SL400 hat sogar Bluetooth mit an Bord.
  3. Das S79H kann man aufrecht auf eine Tischplatte stellen, ohne dass es dabei umfällt.
  4. Es ist ein Firmware-Update möglich - das hat man sich bei Gigaset-Telefonen lange gewünscht.
  5. Das Freisprechen bietet eine gute Sprachqualität und unterdrückt wirksam Rückkopplungs-Effekte.
  6. Die Reaktionsgeschwindigkeit im Menü und im Telefonbuch ist schneller als bei früheren Geräten.
  7. Das Einsetzen in die bzw. Herausnehmen aus der Ladeschale ist dank zweier Kontakte wesentlich leichter als beim schmalen Stecker der Geräte 4000 Micro, SL1 und SL37H.

Schlecht gemacht:

  1. Inbesondere das mit zwei NiMH-Zellen bestückte S79H schätzt den aktuellen Akku-Ladezustand oft völlig falsch ein, wie von zahlreichen Anwendern bestätigt wird.
  2. Die Reichweite ist zur selben Basisstation offenbar etwas geringer als beispielsweise beim SL1 oder SL37H.
  3. Dem eingebauten Kalender fehlt im Vergleich z.B. zum SL37H (erschienen 2007) die Anzeige der Kalenderwoche.
  4. Beim SL400 ist der Tastenrahmen für oben/unten/links/rechts sehr schmal und nur per Fingernagel eindeutig bedienbar.
  5. Das SL400 ist zwar schön flach, aber mit 130 g deutlich schwerer als SL1 und SL37H und rutscht leichter aus der Hand.
  6. Ein passendes USB-Kabel gehört nicht zum Lieferumfang, die PC-Software muss aus dem Internet heruntergeladen werden.
  7. Der Zugriff auf Klingelmelodien und Bilder ist vom PC aus nicht als Laufwerk möglich, sondern nur mit der Spezial-Software.

Gigaset C450IPVoIP-Telefone C450 IP und C455 IP

Das Gigaset C450 IP von Siemens, erschienen im Jahr 2005, vereint als DECT-Telefon Festnetz und VoIP/SIP (Voice over IP, Internet-Telefonie) in einem Gerät. Das C455 IP ist eine Variante mit integriertem Anrufbeantworter und kann für die Mobilteile auch getrennte SIP-Konten verwenden.

Wenn man die Abheben-Taste zum Gesprächsaufbau kurz drückt, wird via VoIP gewählt, bei langem Drücken wird das Festnetz benutzt (klappt allerdings nicht mit der Freisprech-Taste; optional auch umgekehrt konfigurierbar). Die Notrufnummern 110 und 112 werden immer via Festnetz gewählt, da sie wegen der Nichtlokalisierbarkeit von Internet-Anrufern bei den meisten VoIP-Providern nicht möglich sind. Mit 150 Stunden ist die Standby-Zeit des Mobilteils deutlich höher als die der meisten WLAN-basierten Telefone, wenn auch geringer als bei anderen DECT-Geräten. Als VoIP-Codecs werden G.711a/µ (ISDN-kompatibel), G.726 und G.729 unterstützt.

Gut gemacht:

  1. An einer Basisstation sind mit mehreren Mobilteilen jeweils ein (C450 IP) oder zwei (C455 IP) VoIP- und ein Festnetz-Gespräch parallel möglich.
  2. Die VoIP-Konfiguration ist im Prinzip ohne PC möglich, wenn auch etwas umständlich.
  3. Ein in der Basisstation eingebauter Webserver erlaubt die übersichtliche Konfiguration per PC/Internet-Browser.
  4. Die Sprachqualität ist auch bei VoIP gut, eine Freisprech-Funktion mit brauchbarer Echo-Unterdrückung ist eingebaut.
  5. Das farbige Display ist gut lesbar, die Menüfunktionen sind sehr übersichtlich.
  6. Ein Firmware-Update ist via Internet möglich (allerdings wird dabei kein HTTP-Proxy unterstützt).

Schlecht gemacht:

  1. Die R-Taste funktioniert nur im Festnetz-Modus, das VoIP-Verbinden ist deshalb nur zu anderen Mobilteilen möglich.
  2. Das Routing der Notruf-Nummern ist nicht änderbar, ein Festnetz-Anschluss ist deshalb unverzichtbar.
  3. Das etwas klobige, dicke Gehäuse liegt nicht allzu gut in der Hand - kein Vergleich etwa zum SL1.
  4. Die Gummi-Tasten sind etwas schwabbelig und haben keinen spürbaren Druckpunkt.
  5. Andere Mobilteil-Typen bieten an der Basisstation nur eine begrenzte Funktionalität (GAP-Kompatibilität).

Gigaset-Mobilteil SL1Mobilteil SL1

Das sehr kleine und handliche SL1 passt bequem in eine Hemdtasche. Es hatte ursprünglich ein Schwarzweiß-Display; als SL1-colour kam später eine Variante mit Farbdisplay heraus, das allerdings bei Sonnenlicht etwas schlechter ablesbar ist.

Gut gemacht:

  1. Das Gerät ist mit 85 g nicht nur sehr leicht, auch die Standby-Zeit ist mit 250 Stunden recht hoch. Im typischen Betrieb kann man etwa mit einer Woche Akkulaufzeit rechnen.
  2. Eine Sprachwahl ist eingebaut, und da die Worterkennung typischerweise sprecherabhängig ist, kann man Aufnahmen für drei unterschiedliche Telefon-Benutzer anfertigen.
  3. Ähnlich einem modernen GSM-Handy besitzt das SL1 zahlreiche Klingelmelodien, viele auch polyphon, und man kann zusätzlich sogar eigene per Mikrofon oder PC aufnehmen.
  4. Wie beim Gigaset 4000 Micro sind Vibrations-Alarm, Freisprechfunktion und Feldstärke-Anzeige eingebaut. Die Reichweite scheint etwas größer zu sein als beim 4000 Micro, auch eine R-Taste zum Vermitteln in Nebenstellen-Anlagen ist endlich wieder da.

Schlecht gemacht:

  1. Am Ohr klingt das SL1 bedingt durch den Hörer-Frequenzgang etwas mittenbetont und hohl, und im Vergleich zu anderen Telefonen hören sich Gegenstellen oft deutlich amplitudenbegrenzt an (Clipping).
  2. Gesprächspartner hören oft einen deutlichen Raumhall oder sonstige Umgebungsgeräusche, da das Mikrofon wegen der geringen Gehäuselänge irgendwo zwischen Ohrläppchen und Mundwinkel ist, wenn man das Gerät normal ans Ohr hält.
  3. Der Stecker sieht fast genauso aus, passt aber trotzdem nicht zu Datenkabel (zur Übertragung von Klingelmelodien und Telefonbucheinträgen von/zum PC) und Ladegerät des 4000 Micro. Das sieht schon sehr nach Absicht aus!
  4. Die nervige LED für entgangene Anrufe läßt sich nicht abschalten. Das wäre insbesondere in Tk-Anlagen praktisch, wo Gespräche oft von einer anderen Person entgegengenommen werden.

Etwas nervig ist das verzögerte Klingeln an einer CLIP-fähigen Basisstation wie S100, S150, SL100 und SL150: Die Rufnummer wird als Modemsignal zwischen dem ersten und zweiten Klingeln übermittelt, und das Telefon klingelt erst, wenn es die Nummer angezeigen kann. Das Verhalten lässt sich in der Basisstation ändern, indem man im Konfigurationsmenü "Basis einstellen" aufruft und 919 0 eingibt - es erscheint 919 SET [0] im Display - und die Eingabe bestätigt. Das vorherige Verhalten lässt sich mit 919 1 wiederherstellen. Die Tastensequenz funktioniert auch mit anderen Mobilteilen, jedoch nicht mit anderen Basisstationen. Mit 926 0 kann man alternativ die SMS-Funktionalität deaktivieren (und mit 926 1 ggf. wieder aktivieren).

Der Klang ist beim SL1-Nachfolgemodell SL37H deutlich verbessert worden, allerdings wurde das Steckerformat erneut geändert, so dass Zubehör nicht mehr passt, und die sprachgesteuerte Wahl gibt es nicht mehr. Ein generelles Problem bei Farb-Displays (wie dem des SL37H) ist, dass man im Ruhezustand erst eine Taste drücken muss, um z. B. die Uhrzeit abzulesen, da ohne Beleuchtung nichts zu sehen ist.

Mobilteil Gigaset 4000 MicroMobilteil Gigaset 4000 Micro

Sehr kompaktes Mobilteil und nur wenig größer als das später erschienene SL1.

Gut gemacht:

  1. Das Gerät ähnelt in Aussehen und Größe sehr dem GSM-Mobiltelefon S45 und ist sogar steckerkompatibel zu dessen Zubehör (Ladegerät, Headset, MP3-Player, PC-Verbindung).
  2. Der mitgelieferte NiMH-Akku ist zwar ein Spezialteil (die größeren Gigaset-Mobilteile arbeiten mit handelsüblichen Mignon-Akkus), bietet aber  ähnlich wie das S45 eine sehr lange Betriebsdauer.
  3. Im Gegensatz zu dem älteren 2000C-Mobilteil besitzt das Display eine Feldstärke-Anzeige, was beispielsweise das Finden einer günstigen Aufstell-Position für die Basisstation oder einen Repeater erleichtert.
  4. Ähnlich wie schon einige Geräte der 3000-Generation ist eine Freisprecheinrichtung im Mobilteil enthalten. Dazu dient ein kleiner Lautsprecher auf der Geräterückseite.

Schlecht gemacht:

  1. An einer Basisstation 4035 erscheint im Mobilteil-Display nur "Basis 1". Der Name der Basisstation läßt sich im Gegensatz zu früheren und späteren Mobilteilen (2000C, SL1) nicht ändern.
  2. Es gibt keine eigene R-Taste (diese ist für das Vermitteln in Telefonanlagen wichtig). Statt dessen muß man die Netzanbieter-Taste länger als eine Sekunde drücken, um einen Flash-Impuls zu erzeugen.
  3. Die Display-Beleuchtung ist dunkler als beim 2000C und auch die Display-Schrift ist als Zugeständnis zur geringen Gerätegröße kleiner, was die Lesbarkeit etwas beeinträchtigt.
  4. Datum und Uhrzeit gehen beim Ausschalten des Geräts verloren. Man ist also gut beraten, das Mobilteil nie auszuschalten, was wegen der langen Akkulaufzeit allerdings auch nicht schwer fällt.
  5. Wo ein Gigaset 2000C gerade noch funktioniert, streicht das 4000 Micro die Segel: Die Reichweite ist wegen der kleineren Antennengröße des Micro-Geräts etwas geringer.
  6. Die nervige rote LED für entgangene Anrufe läßt sich nicht abschalten. Das wäre insbesondere in Tk-Anlagen praktisch, da ein Gespräch dort oft an einem anderen Anschluss entgegengenommen wird.

Tipp 1: Die Schnellwahl-Funktion der Netzanbieterliste läßt sich auch zweckentfremden. Beispiel: Sie möchten jemanden mit nur einem Tastendruck an eine andere Nebenstelle einer Tk-Anlage weiterverbinden, z.B. an 32. Drücken Sie die Netzanbieter-Taste, wählen Sie <Neuer Eintrag>, geben Sie als Name z.B. "2 #32" ein (wichtig ist nur die 2 am Anfang), als Nummer R32 (das R gibt man durch längeres Drücken der Netzanbietertaste ein) und speichern Sie den Eintrag. Jetzt können Sie einen Anrufer während eines Gesprächs bequem an 32 weiterverbinden, indem Sie einfach die Zifferntaste 2 länger als eine Sekunde gedrückt halten.
Tipp 2: Wenn man einige Zeit außerhalb der Basis-Reichweite war, bucht sich das Gigaset 4000 so schnell nicht mehr ein. Aus- und Einschalten hilft zwar, ist aber keine gute Lösung, da hierbei die Uhrzeit verloren geht. Abhilfe: Kurz in den Walkie-Talkie-Modus wechseln und diesen wieder verlassen, dann sucht das Gerät sofort erneut nach der Basisstation.
Tipp 3: Wenn Sie beim Einschalten des Mobilteils die drei Tasten 1, 4, 7 gleichzeitig gedrückt halten, erscheint im Display "Mobilteil-Service". Jetzt können Sie beim Gigaset 4000 die Ziffernfolge 76200 eingeben, bei älteren Geräten 46395, und es erscheint ein spezielles Service-Menü. Der interessanteste Punkt darin ist wohl der Messmodus. Sie können ihn aktivieren und dabei auch eine Intervall-Zeit angeben, wie oft die Anzeige aktualisiert wird. Wenn Sie das Gerät dann wieder einschalten, erscheint in der obersten Display-Zeile eine Reihe von Zahlen: sss-k-hh-rrr-qqq. Dabei ist sss die Feldstärke als logarithmischer Wert, k der Kanal, hh der Zeitschlitz, rrr die Basisstations-Nummer und qqq die Frame-Qualität.

Basisstation/Komfort-Telefon 4035

Das Gigaset 4035 ist ein Tischtelefon mit beleuchtetem LCD-Display und eingebauter DECT-Basisstation, es kam im Jahr 2002 heraus.

Komforttelefon/Basisstation Gigaset 4035Gut gemacht:

  1. Vier frei programmierbare Tasten sind ein vollwertiger Ersatz für die fehlende R-Taste.
  2. Das Display ist dank großer Schrift und automatischer Beleuchtung gut ablesbar.
  3. Das Telefonbuch läßt sich zwischen Basisstation und Mobilteilen kopieren.
  4. Man kann ein zusätzliches Dienste-Menü einrichten, das dann auch auf den Mobilteilen zur Verfügung steht.
  5. Der Anrufbeantworter ist nicht nur lokal, sondern von jedem tonwahlfähigen Telefon aus abfragbar.
  6. Man kann wählen, ob nur nicht angenommene oder alle Anrufe in der Anrufliste gespeichert werden.

Schlecht gemacht:

  1. Datum und Uhrzeit gehen bei Stromausfall verloren, so daß dann auch die zeitgesteuerte Anrufbeantworter-Aktivierung nicht mehr funktioniert und beim Abhören des Anrufbeantworters die Anrufzeit nicht angesagt wird.
  2. Das Gerät ist bei einem Stromausfall nicht einmal als normales Telefon benutzbar.
  3. Die Flash-Zeit (R-Taste) wird vom Installations-Assistent offenbar überschrieben.
  4. Die Telefonbuch-Übertragung überschreibt gleichnamige Einträge nicht, sondern generiert doppelte.
  5. Im Konfigurationsmenü wird nicht bei allen Parametern die bisherige Einstellung angezeigt (z.B. Flash-Zeit).
  6. Das Gerät kann im Gegensatz zu anderen 4000-Geräten keine SMS-Nachrichten senden oder empfangen.
  7. Die Uhrzeit wird nicht an die Mobilteile übertragen, deshalb verlieren die Mobilteile Datum+Uhrzeit beim Aus-/Einschalten.
  8. Eine programmierte Amtsholungs-Null wird allen per CLIP gemeldeten Anrufer-Nummern vorangestellt, obwohl viele Telefonanlagen die zusätzliche Null auch bei ankommenden Gesprächen bereits selbst melden.
  9. Die nervige rote LED für entgangene Anrufe läßt sich nicht abschalten. Das wäre insbesondere in Tk-Anlagen praktisch, da ein Gespräch dort oft an einem anderen Anschluss entgegengenommen wird.

Tipp: Bei den Gigaset-Telefonen 3035/3035isdn/4035/4135/C353 sowie Telekom Sinus 45P(A)/710P(A)/720P(A) gibt es ein verstecktes Service-Menü. Dazu öffnet man das Einstellungs-Menü und gibt die Ziffernfolge 81359 ein.

Mobilteil Gigaset 2000CKomfort-Mobilteil 2000C und Basisstation 2060

Die 2000C-Serie war die erste Gigaset-Gerätefamilie mit grafischem Display.

Gut gemacht:

  1. Die Anzeige der Anrufer-Nummer ist dank der bei einigen Gigaset-Geräten eingebauten CLIP-Funktion (calling line identification presentation) auch an Analoganschlüssen möglich, nicht nur mit einer ISDN-Basisstation.
  2. Das Mobilteil ist mechanisch erstaunlich robust und übersteht, abgesehen von kleinen Kratzern, sogar ein Herunterfallen auf einen harten Steinboden ohne funktionale Probleme.
  3. Es können handelsübliche Standard-Mignon-Akkuzellen benutzt werden. Insbesondere die neueren NiMH-Zellen mit mehr als 1500 mAh Kapazität führen zu einer sehr langen Standby-Zeit.

Schlecht gemacht:

  1. Das Menü im Mobilteil z.B. zur Konfiguration der Basisstation ist teilweise unübersichtlich; so sind einige Funktionen im Menü "Service" versteckt, andere unter "Einstellungen". Auch die Anrufliste ist nur umständlich über das Menü "Systemfunktionen" zugänglich.
  2. An einer Auerswald-Anlage 4308i und der Basisstation 2060 wurde sporadisch beobachtet, daß die Mobilteil-Anzeige einen Ruf für etwa eine Sekunde mit einem Klingelsymbol signalisiert, aber das Gerät nicht klingelte. Offenbar tritt der Effekt vor allem dann auf, wenn man eine externe Rufnummer auf mehrere interne MSNs verteilt.
  3. Wenn die Telefonanlage bei einem ankommenden Ruf nur eine Amtsnull als Rufnummer meldet (Anrufer hat seine Nummer unterdrückt), zeigt das "C"-Mobilteil im Display den erstbesten Namen an, dessen zugehörige Nummer auf Null endet, z.B. 089 1234560.
  4. Es gibt zwar einen Reichweiten-Warnton bei schwacher Feldstärke, aber keinen für den Fall, daß die Versorgung überhaupt nicht mehr funktioniert (lediglich die Basisstations-Anzeige blinkt dann). Dadurch merkt man teilweise gar nicht, daß man nicht erreichbar ist.
  5. Der Austausch der Akkuzellen mit den Reservezellen aus dem Ladegerät führt dazu, daß das Mobilteil die Lade-Charakteristik der Zellen vergißt und neu lernen muß, so daß der angezeigte Ladezustand nicht stimmt. Es ist deshalb generell nicht sinnvoll, überhaupt Reservezellen zu benutzen.

Gigaset-Repeater

Mit dem Repeater kann man die Reichweite einer Basisstation erhöhen, indem man ihn am Rand des bisherigen Versorgungsbereichs aufstellt. Er leitet die Funksignale von weiter entfernten Mobilteilen verstärkt an die Basis weiter und umgekehrt.

Gut gemacht:

  1. Am Gerät sind keinerlei Einstellungen erforderlich, der Betrieb ist völlig problemlos.
  2. Mit Gigaset-Geräten ab der 40xx-Generation ist auch ein Handover während des Gesprächs möglich.

Schlecht gemacht:

  1. Das Handover von der Basisstation zum Repeater klappt nur, wenn man die Verschlüsselung ausschaltet - das ist der erste Schritt in der Repeater-Anleitung zur Konfiguration der 2060/3060-Basisstation.
  2. Die Repeater-Anmeldeprozedur klappte erst nach mehreren Versuchen. Die Siemens-Hotline meinte dazu, das sei das völlig normal, die Anmeldung wäre eine Art Glücksspiel.

Repeater-Ameldung, Repeater-Nummer vergeben, Kontrollton abschalten
Neuere Geräteversionen erfordern die Eingabe einer Repeater-Nummer, was in der Bedienungsanleitung bisher leider nicht erwähnt wird. Zur Anmeldung sind folgende Schritte nötig:
Menü des Mobilteils bzw. der Basisstation öffnen, "Basis einstellen", OK, "Sonderfunkt.", OK, "Repeaterbetrieb", OK. Nun das Netzteil des Repeaters für 1...5 Sekunden in die Steckdose stecken und wieder herausziehen, dann erneut in die Steckdose stecken und darin belassen: Die Leuchtanzeige am Repeater zeigt ein langsames Blinken. Jetzt die Anmelde-/Paging-Taste an der Basis etwa drei Sekunden lang drücken. Die Leuchtanzeige am Repeater zeigt kurz darauf ein schnelles Blinken.
Dem Repeater muß nun eine Repeaternummer zugeordnet werden (2 bis 7 für bis zu 6 Repeater). Die Nummer unbedingt notieren, da beim Einsatz mehrerer Repeater jede Nummer nur einmal vergeben werden darf (die Nummern sind unabhängig von den Teilnehmer-Nummern der Mobilteile). Dazu am Mobilteil die Abheben-Taste drücken; die Leuchtanzeige am Repeater leuchtet ständig. Dann die Repeater-Nummer über die Tastatur eingeben. Die Leuchtanzeige am Repeater blinkt so oft wie die eingegebene Nummer und leuchtet danach ständig. Am Mobilteil durch Drücken der Stern-Taste den Vorgang abschließen, danach auflegen. Jetzt erfolgt ein automatischer Neustart des Repeaters: Die Leuchtanzeige erlischt für zwei Sekunden, blinkt kurzzeitig schnell und leuchtet dann ständig.
Der Repeater blendet zur Reichweiten-Kontrolle alle paar Sekunden ein Geräusch ein. Um das loszuwerden, ist folgendes Vorgehen nötig: Netzstecker ziehen, dann für etwa drei Sekunden wieder einstecken. Wieder herausziehen und erneut für etwa drei Sekunden einstecken. Ein letztes Mals ausstecken, bei erneuter Inbetriebnahme ist der störende Ton weg.

Fazit

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